studie und umfrage

Die Situation des Mittelbaus an Schweizerischen Hochschulen

Le groupe de travail "étude et sondage" au sein de actionuni s’occupe de tout ce qui concerne le rassemblement d’informations et de données statistiques concernant tous les chercheurs du corps intermédaire des universités suisses. Nous prévoyons de lancer un sondage et une étude au niveau national au cours de l’année 2007. A l’avenir, cette étude devra se dérouler régulièrement toutes les années ou deux ans.

Membres: Philippe Curty (responsable), Katja Wirth, Matthias Hirt, Friedemann Bürgel

 

Aktuelle Situation

Der Nachwuchsförderung in der Schweizerischen Wissenschaft kommt in Zukunft besonderes Gewicht zu. Diesbezügliche Hinweise und Bestrebungen finden sich unter anderem in der BFT-Botschaft 2004-2007 des Bundesrates und in Publikationen des Schweizerischen Wissenschafts- und Technologierates. Gut ausgebildete junge Leute und Nachwuchswissenschafter sind für ein kleines Land ohne natürliche Ressourcen wie die Schweiz essentiell. Die Entwicklung des akademischen Personals hat aber mit der steigenden Bildungsnachfrage nicht mitgehalten, u.a. aufgrund stagnierender Mittel. Als grösste Gruppe des akademischen Personals ist der Mittelbau in allen Gebieten der Hochschulen (Lehre, Forschung, Dienstleistung) stark engagiert und zunehmend belastet. Strukturelle Defizite erschweren seine wissenschaftliche Qualifikation. Auch sind akademische Berufs- und Karrieremöglichkeiten intransparent, unsicher und oftmals unattraktiv. Der Forschung in der Schweiz droht der Brain Drain ins Ausland und in die Privatwirtschaft.
Es gibt viele Hinweise auf die obengenannte Problematik, die genaue Situation des Mittelbaus in der Schweiz ist jedoch unbekannt. Zum letzten Mal wurde 1996 im Auftrag des Schweizerischen Nationalfonds (SNF), des Schweizerischen Wissenschaftsrats (SWR) und der Schweizerischen Universitätskonferenz (SUK) eine Studie über die Bedingungen des akademischen Mittelbaus an Schweizer Hochschulen durchgeführt (Lévy et al., 1997). Diese Daten sind unterdessen neun Jahre alt; neuere Daten sind keine vorhanden. Als Diskussionsgrundlage ist eine Bestandesaufnahme der Situation der Nachwuchswissenschafter dringend notwendig. Dies ist umso wichtiger, als die Bedingungen der Mittelbauangehörigen in der Schweiz sehr uneinheitlich und zum Teil intransparent sind.

Situation des Mittelbaus

Zum akademischen Mittelbau zählen alle wissenschaftlichen Angestellten nach dem Hochschuldiplom und vor der Professur, ohne technisches und administratives Personal.
Ein Grossteil der Forschung wird von diesen Personen durchgeführt. Sie sind meistens jung, kreativ und begabt und arbeiten oft überdurchschnittlich viel. Demgegenüber stehen intransparente Bedingungen und die Abhängigkeit vom Doktorvater / von der Doktormutter. Aufgrund des geringen Lohns zählen gemäss Definition viele Doktorierende trotz hochqualifizierter Leistung zu den "Working Poor". Den oberen Mittelbau betreffende Probleme sind zudem unklare Karriereaussichten und zu grosse finanzielle Abhängigkeit vom zuständigen Professor. Diese Probleme lassen vermuten, dass sich viele junge Menschen gegen eine akademische Karriere entscheiden oder diese abbrechen. Dies würde bedeuten, dass der Schweizerischen Wissenschaft nicht mehr die Auswahl der Besten zur Verfügung steht und ein Brain Drain ins Ausland und in die Privatwirtschaft stattfindet.

Ziel der Studie

Das Ausmass und die Folgen der oben skizzierten Problematik der Nachwuchsforscher sind unbekannt. Das Ziel der laufenden Studie ist es deshalb, die Situation des Mittelbaus an Schweizer Hochschulen mit wissenschaftlichen Methoden zu erheben. Die Ergebnisse können als Diskussionsgrundlage für Verbesserungsvorschläge und Reformen dienen. In der Studie werden folgende Aspekte untersucht:

  • Institutionalisierung des Doktorats an den Schweizer Hochschulen
  • Dauer des Doktorats
  • Lohn der Mittelbauangehörigen
  • Vertragsbedingungen im Mittelbau
  • Ausbildung während Doktorat / Postdoktorat
  • Zeit für eigene Forschung / weitere Verpflichtungen nebst Forschung
  • Qualität der Betreuung
  • Möglichkeiten, Chancen und Unterstützung bei der Karriereplanung
  • persönliche Zufriedenheit mit der eigenen Situation
  • Situation des oberen Mittelbaus in Bezug auf Eigenständigkeit, Unabhängigkeit und Kontinuität der Karriere

Zudem Qualitätskontrolle: Wurden die in der Studie von 1996 (Lévy et al., 1997) gemachten Verbesserungsvorschläge umgesetzt?

Mehr Informationen zur laufenden Studie finden Sie hier.